Mit der Zeit entwickelt man beim Schreiben Vorlieben für bestimmte Wörter und denkt gerne auch mal über deren Bedeutung fürs Leben und die Zusammenarbeit nach. Meine Lieblingswörter beginnen interessanterweise alle mit einem „K“ . Aber auch das Gegenteil gibt es: Igitt-Wörter. Und die beginnen meist mit einem „I“. Oder „Iih“. Wobei die Wörter ja tatsächlich keine Schuld an der Gänsehaut trifft.

Kommunikativ

Ja, eine Grundvoraussetzung in diesem Metier. Ohne dabei geschwätzig oder langatmig zu sein. Heißt auch, zuhören zu können. Idealerweise gepaart mit Empathie. Auch ein wunderschönes Wort. Aber leider ohne jedwedes „K“. Schade. Sehr schade.

Kompetent

Ganz wichtig. Wird aber leider gerne außer Acht gelassen. Zugunsten von, von … ach, keine Ahnung. Im Zweifel könne man ja sowieso bei Wikidingsbums nachschauen, meinen häufig Angehörige sogenannter Talentberufe.

Konsequent

Für viele ein ganz böses Wort. Aber nur so funktioniert’s. Eltern können ein Lied davon singen. Auch Markt- und Mitarbeiterkommunikation hat nun einmal die Beeinflussung von Einstellungen und Verhaltensweisen zum Ziel. Da lassen sich gut Parallelen ziehen. Beides Sozialtechniken.

Konsistent

Widerspruchsfreie Argumentation und ein widerspruchsfreier öffentlicher Auftritt zeugen von Authentizität und beweisen Glaubwürdigkeit. Vor allem, wenn die Konsistenz natürlich entsteht und nicht erzwungen wird.

Kontinuierlich

Passt hervorragend zu „konsequent“. Die Marktbearbeitung mit Mitteln der Kommunikation ist eine wirkliche Daueraufgabe. Ständige Wechsel im „Erziehungsstil“ machen die Erzieher nicht erfolgreicher. (Im Zweifel verunsichern solche Wechsel nur die „Kinder“ und füllen in diesem Geschäft die Taschen anderer.)

Kooperativ

Das ist mir wirklich peinlich. „kooperativ“ habe ich im ersten Anlauf glatt übersehen. So ein schöner und wichtiger Begriff. Zum Glück hat mich eine sehr charmante Dame, Übersetzerin und Dolmetscherin für Deutsch und Polnisch, auf das Fehlen aufmerksam gemacht. Dankbar bin ich ihr! Wenn also jemand eine freiberuflich tätige Übersetzerin oder Dolmetscherin für Deutsch und Polnisch sucht: bitte melden. Ich vermittle gerne den Kontakt. Ganz kooperativ und garantiert provisionsfrei.

Koordiniert  

Die Arbeitswelt erfordert zunehmend Spezialisierung. Wird also immer arbeitsteiliger. Das bedingt perfekte Koordination. Nutzt ja nix, wenn der Dachdecker parat steht, während gerade die Fundamente gegossen werden.

Konzentriert

Ich erledige lieber erst einmal eine Sache und die dann aber gleich richtig. Dauert zunächst etwas länger. Ist am Ende aber doch schneller. Jedenfalls wenn der Auftraggeber einen gewissen Qualitätsanspruch hat. Multitasking beginnt übrigens nicht mit einem „K“. Glücklicherweise. Sonst wäre das hier inkonsistent.

Konziliant

Bin ich total gerne. Überall da, wo ich den Eindruck habe, dass Konzilianz bemerkt und geschätzt wird. Flächendeckende Konzilianz würde vieles einfacher machen.

Kreativ

Kreativ zu sein macht Spaß und gehört unbedingt dazu. Darf aber nicht zum Selbstzweck werden. Wird allerdings im Zusammenhang mit Markt- und Mitarbeiterkommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit häufig überschätzt (siehe dazu auch „kontinuierlich“).

 

Sind leider nur zehn Lieblingswörter mit „K“. Um die Liste zu komplettieren (!) sollten es eigentlich schon zwölf sein. Karismatisch wäre schön. Aber das wäre gepfuscht. Oder der nächsten Rechtschreibreform um Jahrzehnte vorgegriffen. Korrekt oder konkret würden ja gehen. Sind auch beide okay. Aber vielleicht ein bisschen zu … zu selbstverständlich. Aber mir wird da schon noch was begegnen. Oder haben Sie eine Anregung? Lassen Sie’s mich wissen. Würde mich freuen. Kolossal.

So, wie ich bestimmte Wörter besonders schätze, gibt es auch solche, die ich nicht so mag. Wobei es ja ehrlicherweise weniger um das Wort als Folge von Buchstaben geht, als um das damit Bezeichnete, die Bedeutung, die Semantik. Ganz viele dieser Wörter beginnen für mich – und vielleicht auch für Sie – mit einem „I“. Schon komisch. Oder auch nicht. Aber das lassen wir an dieser Stelle.

Ignorant

„Schon die Buchstabenfolge I – g – n erzeugt bei mir Bauchgrimmen. Ich finde, so richtig passen die nicht zusammen. Sieht auch nicht schön aus. Da ist garantiert irgendwann mal was falsch gelaufen und nie korrigiert worden. Davon lasse ich mich nicht abbringen.“ – Kennen Sie bestimmt auch. Von Mitarbeitern, Kunden, Pubertierenden. Da paaren sich Unwissenheit, Uneinsichtigkeit und übergroßes Beharrungsvermögen. Sollte man generell abschaffen.

Illoyal

Das ist zwar ein sehr vielschichtiger Begriff, aber ich beziehe ihn auf den zwischenmenschlichen Umgang – gerade auch im Geschäftsleben. Wie ist (oder war) das im Diamantenhandel? – Da werden wirklich große Geschäfte per Handschlag besiegelt. Hält sich einer nicht an die mündlich getroffene Übereinkunft, macht die ganze Branche keine Geschäfte mehr mit ihm. Das ist dann das geschäftliche und gesellschaftliche Todesurteil. Saubere Regelung. Was man da im gesamtwirtschaftlichen Zusammenhang allein an Zeit für mehr oder weniger gute Ausreden sparen könnte …

Imbezil

Als Wort ein bisschen aus der Mode und vielleicht nur noch älteren Psychiatern bekannt. Als Zustand, wie ich fürchte, wahrscheinlich gar nicht so selten. Irgendwie mittelgradiger Schwachsinn.

Impertinent

Es scheint, als würde es doch zur Sache gehören: Die Impertinenz kommt mit dreistem Grinsen daher und argumentiert – wenn denn überhaupt – auf völlig abwegigen Wegen. Und immer ist sie voller Unschuld. Das sind die Situationen, anlässlich derer man „aus der Haut fahren“ könnte. Ich glaube, es besteht eine enge Verwandtschaft zwischen Impertinenz und Ignoranz, vielleicht sogar zur Imbezillität.

Ineffizient

Da stehen also das erzielte Ergebnis und der betriebene Aufwand, die eingesetzten Mittel, in keinem guten Kosten-Nutzen-Verhältnis. Der Elefant gebiert sozusagen eine Maus. Ich bin zwar kein Freund von Good-Enough-Quality, aber man sollte die Grenze zwischen noch Sinnvollem und übertriebenem Anspruch abschätzen können.

Intergalaktisch

Oder ist’s nur interplanetar oder interstellar? Jedenfalls die Flughöhe mancher Redner. Nicht nur aus bestimmten politischen Ecken, manchmal auch auf betrieblichen Veranstaltungen. Für mich jedenfalls zu hoch.

 

Ich merke allmählich, worauf ich mich eingelassen habe. Die Liste, der noch ausstehenden Wörter wird lang und länger. Von ideologisch und illusionär über inadäquat und infam bis insolvent und irreparabel. Alles ganz scheußlich. Unbefriedigend. Ich höre an dieser Stelle auf. Genug ist genug.